Zivilisation.

Mir ist ein großes Rätsel welche Dinge es ins Bewußtsein der Menschheit schaffen. Ich erlebe Versatzstücke, halte Dinge in den Händen für zweifuffzich, von denen ich nie gehört habe, denen aber ganz großer Zauber innewohnt und mir beim Aufschlagen mutig auf die Fresse haut. Dagegen der Gedankenmüll und gossip für angepaßte, degenerierte Vollidioten, der seine Nullinformationen an allen Ecken und Enden, nun auch im Abo mit Gewinnchance auf ein echt funktionierendes Originalgehirn, zum Wiederkäuen (download) feilbietet.

Es gibt noch Zeugnisse von Zivilisation, während die Propagandaorgane von TV und Hochglanzsimulation diffuse Scheiße durchkauen, Gewölle hochwürgen, von Leuten – sogenannter Prominenter oder Politdarsteller – von denen bisher kein Mensch gehört hat und auch besser nicht gehört hätte, wenn er/sie nicht sowieso dem Unterschichtenfunk anheimgefallen wäre. Denn sie machen nur Gehirnzellen voll, mit Dingen, die man besser für jemand wichtigen, jemand mit Aussagekraft und Verstand, mit Strahlkraft, freigehabt hätte.

Aber so ist das also, wenn einem irgendjemand unaufgefordert ins Gesicht spricht. Mit schlechtem Atem und dummen Ansichten. Dann sieht die Welt so aus, wie sie ist. Und nicht etwa, wie sie schon vielfach dokumentiert, beschrieben und verbessert wurde.

Standpunkte, Verbesserungen, Utopien sind Einzelansichten. Wenn man sich dazu verbiegen, oder nachdenken oder das Grubenlicht im Dummkopf anmachen muß – wem nützt denn das? Wer will denn das, oder kann das wollen?

Mit etwas Mühe sehe ich eine handvoll Leute – also irrelevant. Nächster Punkt der Tagesordnung.

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3 Responses to “Zivilisation.”

  1. Frau Schmidt sagt:

    Gestern Abend war es mal wieder soweit und ich musste, wie es ab und an vorkommt wenn ich den Hals gestrichen voll habe, mich vorm TV abreagieren. Das verschafft vorübergehend eine gewisse Entspannung, wenn ich ziellos die Kanäle rauf und runter zappe in der vagen Hoffnung, doch auf etwas zu stoßen was meine Aufmerksamkeit gefangen nimmt. Doch wie so oft tat es das gestern auch nicht …
    Die Slampoetry auf 3sat war öde und konnte mich kaum aufheitern. Im Unterschichtenfernsehen gab es den üblichen Hollywoodramsch, denn es war Samstagabend zur besten Sendezeit. Ich blieb tatsächlich im ZDF bei „Wetten das?“ hängen – und wetten, dass es mich anödete? Ich hielt es keine halbe Stunde aus, aber die reichte um tiefe Einblicke in die Zivilisation der Menschheit zu bekommen.
    Als ich auf dem Kanal landete sang gerade Helene Fischer, blonde deutsche Sauberfrau, aufgebrezelt wie eine Disco-Queen, mit herzensguter Seele, die wahrscheinlich nicht mal ahnt wie die Nacht aussieht. Umjubelt setzte sie sich nach der Darbietung aufs Sofa zu Harrison Ford – ja, genau der alias Indiana Jones. Er wirkte etwas senil, aber vielleicht auch nur unter Druck bei so viel geballtem Liebreiz neben sich. Man wechselte nichtssagende, höfliche Komplimente. Dann meinte der Moderator – mit der Weile ein Herr Lanz anstatt Gottschalk – den Männern sagen zu müssen, dass sie nun stark sein müssen … denn die Superfrau würde kommen mit Namen Cher. Nach ihrem synthetischen Gesang wurde ihr auf dem Plaudersofa versichert, wie toll sie aussieht: so schön in ihrem Alter. Grins. Artig erwähnt sie, dass das Altern ihr Probleme macht, eben weil sie eine Frau ist und dazu noch im Showbiz, da darf man äußerlich nicht altern. Von ihrer OP-Sucht war natürlich nicht die Rede. Interessant zu sehen, dass sie kaum richtig sprechen oder lachen konnte, wohl aus Angst es könnte eine Naht oder Aufpolsterung platzen – selbstverständlich nicht die der Kleidung … Ich hatte genug gesehen und gehört.
    Oftmals ist es so, dass ich nach solch einem TV-Kurzbesuch mich erhebe und wieder gerne an meinen persönlichen Kram gehe. Gestern war es mir fast vergangen – auch mein Gesicht kaum zu einer Bewegung fähig, aber weil es unter Schockeinwirkung stand. Ich war nicht mal richtig in der Lage mich über all das aufzuregen.
    Es ist tatsächlich wie Huxley es in „Schöne neue Welt“ beschreibt. Mehr als die Bequemlichkeit, den Fortschritt, den Wohlstand, die ewige Jugend wollen die Menschen nicht. Für einen Teil der Menschheit ist es bereits Realität geworden, die anderen fröhnen dieser Sehnsucht in den Fernsehshows, die Masse der Menschheit ist am Verhungern oder hat keine Ahnung und eine klägliche Minderheit sucht verzweifelt einen Ort, wo man noch menschenwürdig leben kann.

  2. Admin sagt:

    Ebenfalls herzallerliebste Ausführungen zum selben Thema:

    http://www.subvers.de/2012/03/ich-glotz-tv/

    Offensichtlich stellt sich keine Gewöhnung ein, ganz im Gegenteil: Diese Medien sind völlig unerträglich, die darin dargestellten bizarren Figuren, die hochgehaltenen Werte, sogenannte Nachrichten bzw. Hofberichterstattung sind beispielhaft für die unwiderlegbare Lächerlichkeit und Geringfügigkeit dieser Zivilisation.

  3. Frau Schmidt sagt:

    » … aber wir sind keine Indianer. Für einen zivilisierten Menschen besteht nicht der geringste Grund, irgend etwas ernstlich Unangenehmes zu erdulden.
    … die Zivilisation hat nicht den geringsten Bedarf an Edelmut oder Heldentum …«

    Zitate aus »Schöne neue Welt« (1932) von Aldous Huxley.

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