Die zerbissene Hand …

als Adelsprädikat. Man hat es zugegebenermaßen nur noch mit Untoten, mit Kommunikationsidioten zu tun. Eins und eins sind fünf plus X. Abzüglich dem Rest, der nichts mehr taugt, nur noch mitgeschleppt werden muß wegen besinnungslosen Geschlechterverkehrs aus früherer Zeit oder wegen Spielschulden, die immer auch Ehrenschulden sind, oder die Gene dieselben, aus inzestuösen Verbindungen im Alkoholrausch.

Wir hängen rum mit Idioten. Mit denen, die gerade noch stillhalten, die in Anbetracht unserer Existenz auf dem Fleck gestorben oder denen, die trotz aller Degeneration noch latent aufnahmefähig und an Beschallung noch diffus interessiert sind.

Ich brüte dieser Tage über einen Kontakt. Die schamzerbissene, sogar -zerfressene Hand erscheint in meinen Träumen. Und es ist nicht meine eigene, sondern die der anderen. Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Dabei geht es nur um eine seltsame Wandlung, eine Entwicklung eines subalternen Individuums, das alle Achtung, sogar alle Objektivität vermissen läßt. Eine Frau tritt mir entgegen. Eine, die alle Entwicklungen und Standpunkte der Welt für ihre eigenen hält. Ohne für etwas gekämpft zu haben, als alte Facebookschlampe nur dabeizusein, im Licht zu stehen und sei es nur das eigene Irrlicht. Jemand, der nur zum Resteficken auf die Welt gekommen ist. Und sich dafür auch noch für den Mittelpunkt hält.

Ich habe andere Maßstäbe. Ich okkupiere nicht mit meinem Geschlechtsorgan. Das kann mein Fehler sein, nicht die Sprache des Ungeists zu sprechen. Stattdessen schöpfte ich etwas, das auch anzusehen, was wirklich erfahrbar ist und etwas, das mir nach 72 Jahren Schwangerschaft weißhaarig aus der Achselhöhle geboren ist.

Ich gebäre also, während andere nur in Besitz nehmen was nicht ihr eigen ist, um ihr totes Fleisch, ihre Gehirnsimulation damit irgendwie am Leben zu halten.

Wenn in Gesprächen mein Wirken nicht mehr wahrgenommen wird, obwohl dies der einzige Grund zur Gesprächsaufnahme ist, bin ich nicht mehr bereit weiterzuverhandeln. Ich bin nicht bereit Leuten den Arsch nachzutragen, deren Arsch nur noch ins Fegefeuer weitergetragen werden muß, damit dieser endlich verglimmt ― solchen, die sich nur durch Nichtsnutzigkeit und Nichtswürdigkeit verdient gemacht haben. Ich bin in dieser Konstellation nicht mehr der, mit dem noch zu reden ist.

Warum nun die zerbissene Hand? Es scheint dieser Tage unvorstellbar zu sein, eine Anerkennung auszusprechen. Jedermann beißt sich gern und ausgiebig in die Hand, um nicht reagieren zu müssen auf Präzision, Passgenauigkeit und Schärfe. Stattdessen wird der Handapparat durchgebissen, vor Scham, vor lauter Nichtsnutzigkeit. Vor Dummheit und Erbärmlichkeit. Je perfider die Ausrede zur Anerkennung, je verstümmelter die Hand des Gegenübers, desto größer also mein Verdienst. Je lauter ich aus der Rede ausgespart werde, desto größer scheint offenbar meine Leistung zu sein. Je mehr mein Telefon nicht klingelt, desto größer mein Verdienst an der Menschheit, desto großartiger und näher an der Sache. Während die Telefone derer, die nichts zu sagen haben, aller Maulhelden und Vollidioten bis in alle Ewigkeit, bis zum Verglühen weiterklingeln ―
ganz selbstverständlich.

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2 Responses to “Die zerbissene Hand …”

  1. antidot sagt:

    Uih – strong!
    Sounds like a long, long night with an old companion called plain truth. And certainly the conversation was not dry…

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