Buchstäblich offen

Ein ganz normaler Vorgang: man liest in einem Buch, findet es hochinteressant, spannend, amüsant, spaßig und es macht Freude dadrin zu lesen über viele Tage, Wochen…

Dann plötzlich ist diese Faszination dahin und man hört auf zu lesen.
In der Mitte des Buches oder kurz vorm Ende, je nachdem…

Man ärgert sich sogar über Tipfehler, die vorher egal waren, über dumme Satzstellungen, meint auf einmal: was denkt sich dieses Buch dabei, einem so einen Mist aufzutischen!?

Es ist klar und liegt auf der Hand: es liegt am Buch.

Dabei lag das Buch nur unschuldig rum und lud zum Lesen ein.
Naja, es lag offen rum.
Diese Offenheit ist es wohl gewesen…

Ständig diese offenen Seiten des Buches, die jeden Satz, jedes Wort, jede Silbe, jeden Buchstaben zeigten – egal ob schön oder häßlich.

Diese verdammte Offenheit… Wen interessiert die schon?

Dummes Buch, konntest du nicht wie die anderen still im Regal stehen und dich gefälligst so verhalten wie es sich für Bücher im Regal gehört?
Lange genug hast du Aufmerksamkeit gehabt und abgelenkt.
Du bist fad geworden und niemand will das Ende deiner Story wissen.
Nun stehst du im Regal bei den anderen, denn du hast nicht überzeugt.

literally open

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5 Responses to “Buchstäblich offen”

  1. admin sagt:

    „Im Jahre 1848 schrieb Gogol an Shukowski: »… predigend zu belehren ist nicht meine Sache. Kunst ist ohnedies schon Belehrung. Meine Sache ist es, in lebendigen Bildern zu sprechen, nicht etwa in Urteilen. Ich muß das Leben als solches gestalten und darf das Leben nicht etwa abhandeln.« Wie wahr das ist! Sonst zwingt der Künstler seine Gedanken dem Rezipienten auf. Wer aber sagt eigentlich, der Künstler sei klüger als derjenige, der da im Saal sitzt oder ein aufgeschlagenes Buch in den Händen hält? Nur denkt der Dichter eben in Bildern und kann im Unterschied zu seinem Leser seine Weltsicht mit Hilfe dieser Bilder organisieren. Sollte es denn immer noch nicht klar sein, dass die Kunst niemandem etwas beizubringen vermag, wo der Menschheit doch in viertausend Jahren nichts beizubringen war?

    Wenn wir fähig wären, uns die Erfahrungen der Kunst, die in ihr zum Ausdruck gebrachten Ideale, tatsächlich anzueignen, so hätte uns das zweifellos längst zu besseren Menschen gemacht. Doch leider vermag die Kunst die menschliche Seele nur durch Erschütterung, durch Katharsis zum Guten zu befähigen.“

    Andrej T., 1984

    As far as I’m concerned as a Prussian I read the book until the end, and I’ll be a book myself unless at least one person is able to read and is able to follow or is at least affirmative.

  2. usaarron sagt:

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