Bodytalk

Eigentlich dachte ich ja, wegen völliger Vergeistigung, dem Körperlichen entwachsen zu sein – den body quasi ad acta gelegt zu haben.

Doch mein Körper zwängt mir ein Gespräch auf…

Der schreit mit aller Gewalt in dieser Woche, macht sich unangenehm bemerkbar, aber ich verstehe ihn nicht.

Angefangen hat es am Mittwoch.
Wegen eines Termins war ich in der hippen Prenzlauer Berg Gegend unterwegs. Ich war natürlich wieder viel zu früh…
Also ging ich noch eine Runde um den Kollwitzplatz. Völlig berauscht von der schönen Stimmung, dem frühherbstlichen Wetter, der gesamten Atmosphäre trippelte ich mit meinem aufgebrezelten Schuhwerk den Bürgersteig entlang. Der war aber alles andere als hip – stammte wohl noch aus alten Zeiten. Jedenfalls schaue ich neugierig nach rechts und nach links, nur nicht auf den Weg.

Und da geschah es: Platsch… ich lag mit beiden Knien auf dem Trottoir! Hatte null Chance mich abzufangen, geschweige denn festzuhalten. Gerade noch so viel mit der linken Hand, dass mein Gesicht nicht auch voll auf dem heißen Pflaster landete.

Autsch, das tat weh. Abgesehen davon, dass es völlig unelegant war.

Mein Körper hatte sich zu Wort gemeldet. Aber warum um alles in der Welt auf diese unsanfte Art?

Ich versuchte zu erfassen, was genau in dem Moment als es geschah in meinem Kopf (zugegebenerweise auch ein Teil meines Körpers) an Gedanken ablief. Da war was von: wäre toll hier zu wohnen aber ist eh zu teuer … der neue Auftrag wird auch nicht viel Geld bringen weil der Kunde ein armer Newcomer ist …

Als ich mich aufgerappelt hatte, war mir fast übel. Brachte aber den Termin souverän über die Bühne – meine Klamotten waren sogar heil geblieben, oh Wunder, obwohl die Knie aufgeschürft sind.
Zu Hause brach ich zusammen, fast. Musste stundenlang die Knie kühlen und konnte die folgenden zwei Tage nur mit Mühe und Schmerzen die Treppen rauf und runter gehen.

Dann ging es besser.

Aber prompt klopfte eine dicke Erkältung an. Die lässt mich nun verschnupft und benebelt aus den Augen schauen, bereitet mir Schmerzen in allen Knochen und Gelenken.

Wieder will mein Körper mit mir reden – ich verstehe immer noch nicht.
Kann ich auch nicht, denn in meinem Kopf schwirren so viele ungelöste Probleme und Gedanken.

Körper, wieso willst du mich flach legen? Ich habe keine Zeit für dich, muss für zwei arbeiten. Das geht über die Kräfte, ist mir klar. Ich will es im Grunde auch nicht mehr, aber ignoriere es noch und mache einfach weiter. Du zeigst mir die Grenze. Du bist schlauer.
Dennoch hatte ich mir unter bodytalk etwas anderes vorgestellt …
Mir gewünscht, die Aussprache mit dir würde sanfter und zärtlicher verlaufen. Doch vielleicht hast du es versucht und ich habe gar nichts bemerkt, weil ich so weit weg von dir war. Nun bist du mit brachialer Gewalt wieder in mein Leben getreten. Soll ich dafür auch noch dankbar sein?
Aber sprich bitte weiter mit mir. Ich will lernen dir zuzuhören – denn durch dich weiß ich, dass ich noch am Leben bin.

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No Responses to “Bodytalk”

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