Recht behalten.

Meine Briefe an U. oder an D., in denen ich in jeder Zeile Recht habe, zeigen mir dass ich mein Recht behalten kann. Die Menschen sind eh in ihrem Film und ich bin nur dafür bestellt und angestellt um die Einfälle – Ideen wäre weit zu hoch gegriffen – Einfälle, die sich diese Vollpfosten ausdenken abzunicken und zu beklatschen. Alles übrige, wenn ich mal etwas weiß – das interessiert keinen Kackmenschen. Nicht einen einzigen.

So ist also der Deal. Ich darf nicht sagen, dass ich mitdenke oder etwas weiß, dass interessiert die Chefentscheider nämlich nicht. Das will man nicht wissen und auch nicht hören. Sogar peinlich genug, dass ich am Ende noch mehr weiß, wo er/sie qua Geburt und Selbstverständnis fünf Jahre mehr Lebenserfahrung haben müßte, aber dummerweise unter einer Käseglocke aufgewachsen ist. Und das mehr an Lebenserfahrung nur das bestaunte Kondenswasser ist, das ihn/sie alle Zeit umgab, um ihn/sie gleichermaßen abzuschirmen vom Feuer der Welt. Mindestens solange bis sich die Kiemen hinter den Ohren mit der notwendigen Restfeuchte ins Trockenhirn zurückgebildet hatten, um wenigstens dafür nicht gehänselt zu werden.

Selbst wenn ich genau weiß: Paß mal auf, die Dinge, die gehen so nicht – oder das kann keiner nachvollziehen – oder das kann keiner bezahlen – oder das ist in Wirklichkeit schwarz-weiß. Wenn man sich nur über irgendwas Gedanken macht, dann ist es völliger Schwachsinn. Dann interessiert das keine Faust.

Deshalb denke ich mehr und mehr: Es ergibt überhaupt keinen Sinn. Man gerät immer wieder an dieselben Dummbunken – es sind zwar immer wieder andere, aber es läßt sich nicht auflösen. Denn sie sind alle Geschwister im Geiste, in ihrer gottgegebenen Verblödetheit, mit ihrem Ungeist – im Schulterschluß mit ihrer beschissenen, angepassten Idiotie mit allen anderen angepassten, beschissenen Idioten. Und stehen gerne vor der Wand, und halten es für ach besonders menschlich nichts zu wissen, obwohl sie alles wissen könnten.

Immer wieder die gleichen dummen Fehler zu machen und mitanzusehen und dafür, für sein Unvermögen auch noch größtes Verständnis zu haben, also das allergrößte, geht mir total gegen den Strich. Und dann in der Vorstellung von sich selbst, also trotzdem, noch alle zu überragen. Lächerlich. Das will mir nicht in den Kopf.

Offenbar strengen sie sich für eine Sekunde an und glauben tatsächlich, sie hätten sich werweißwas ausgedacht. Müssen anschließend pausieren weil sie sonst Gehirnbluten kriegen.

Das ist ein Thema, was man nicht will. Man ist ja »in the soup«, solche Leute sind die Gesprächspartner, man hängt gewissermaßen von ihnen ab. Man muß sie aushalten. Sie erwarten Dich in meetings. Und sie erwarten für ihre Hinfälligkeit, ihr scheiß Gehirnbluten und ihre nichtsnutzigen Ideen auch noch eine scheiß Anerkennung.

Wenn Du bisher glaubtest es handelt es sich um Kundenkontakte muß ich Dich enttäuschen. Dasselbe Thema, mit denselben Untiefen und derselben Unauflösbarkeit betrifft auch die Geschlechterfront. Man hat es beinahe ausschließlich mit im Kopf vertorften Komapatienten zu tun, die für ihre Nullentschlossenheit für ihre Fehlfunktion als gedankenlose Schließmuskel auch noch geliebt werden wollen. Wenn Du, wie ich, mehr als zwei Gehirnzellen hast, die sich immerhin reiben können und damit Wärme erzeugen, bist Du die Krone der Schöpfung, aber im selben Moment intellektuell dem Verfall preisgegeben und unheilbar verloren, es sei denn Du vergißt alles was Du mit mehr als zwei (aktiven) Gehirnzellen wissen kannst und öffnest die Tore inklusive Firewall für alles was Dir als neues Lebensglück, als neuer Kunde, als Antipode Dir in der Sonne steht.

Glückseligkeit ist ein immer neues Fallenlassen von Hürden, von Geistesgrenzen, ohne die man nicht leben kann, aber in Gemeinschaft und Gesellschaft unweigerlich leben muß. Laß alles fallen und Du bist dabei. Oder behalte Dein Recht und niemand liebt oder kennt Dich.

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No Responses to “Recht behalten.”

  1. antidot sagt:

    Es wird immer so sein, dass die anderen in der Suppe Dich nur im ersten Moment interessant, originell oder bereichernd finden, Dir zustimmen und womöglich sogar freiwillig Dir recht geben – bis sie ermüdet sind. Und weil sie sich eben nur für die Dauer eines Werbespots konzentrieren können, sind sie schnell ermüdet und ihr Interesse an Dir (oder anderen mit aktiven Gehirnzellen) ist dahin.

    Vor allem aber merken sie, dass Du die Suppe mit Deinen Bemerkungen, Ideen, Gedanken und 
eben Deinem Recht auf eine Art würzt, die sie nicht kennen.
    Was sie nicht kennen essen respektive mögen sie nicht – höchstens in den Kochshows.
    Lieber versalzen sie sich die Suppe selber und kreischen: Mmh, oh, wie köstlich…

    Wer legt schon wert dadrauf von einem Hobbykoch oder dessen Fettaugen in der Suppe geliebt zu werden?

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