Am Mittelpunkt.

Ich war heute am Mittelpunkt. Dort, wo man sich vergewissern kann wer oder was man ist. An der Quelle. Ich habe mir sie selbst geschaffen, es gab diesen Ort lange Zeit nicht. Ich schuf ihn zu Lebzeiten und habe im Tod unerwartet diesen meinen Fixpunkt entdeckt. Ich bin einfach dorthingewachsen. Weil alles, was ich sonst zu sehen imstande war nicht passiert ist, nicht authentisch war, sondern verlogen und lächerlich. Hohl und schmutzig. Nach spätestens drei Tagen Anwesenheit vergessen, mit Anrufen, die selbstverständlich ausblieben. Allgemeiner Menschenirrsinn. Es war also das einzig naheliegende dorthinzugehen, sogar dorthinzuwachsen. An die Quelle von Versprechen und Beständigkeit.

Alles was dort entstanden ist hat großen Glanz. Das einzige Leuchten, das mich dieser Tage einfängt, hat mit meiner großen Liebe zu tun. Einer Liebe, die nicht eine einzig andere Bedingung stellte als nur echt zu sein. Das konnte ich liefern. Das war also mein Auftrag, das war meine Bestimmung. Ich hatte keine Zeit für Mätzchen, für eingebildetes Getue, auch nicht zum Posieren und sonstiges dummes Zeug. Es hat nur geklappt, weil ich so angelegt bin und sonst keine Fragen stellte. Und wie ein kleiner Junge die ganze Zeit ohne Höschen am Strand dastand, dem das ganze Leben, sogar die Welt und der Sternenhimmel gleichzeitig entgegengischt – natürlich hat mich alles überrascht und überfordert. Doch nun kann ich nicht mehr ohne das. Ich habe keine Ahnung wie man sonst weitermachen kann. Ohne Überraschung. Ohne Leben. Ohne Leidenschaft und ohne offene Arme. Ich bin bereit für die Welle, die mich einfach umwirft, die sich nicht kümmert wer oder was ich bin.

Und wenn die nicht kommt, kann ich mir die Arme auch selber öffnen.

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