Erblast

Wundersam sind die Wege des Geldes und Reichtums, der Werte und Besitztümer. Es scheint, als wenn es immer magisch angezogen wird von denen, die ohnehin schon viel haben. Oder ist das nur die subjektive Wahrnehmung gepaart mit ein paar neidischen Blicken?

Unlängst hörte ich von einer Freundin, daß deren Bekannte – die ich auch ein wenig kenne – einen wahren Schatz gehoben hat bei der Auflösung von Haus und Hausrat ihrer Mutter. In einem Safe wurden circa 1500 Silbermünzen gefunden, ein paar davon 300 Jahre alt. Und in einem Bankschließfach lagen zwei Beutel mit Goldmünzen im Wert von 80.000 Euro! Davon kann unsereins ja nur träumen…

Aber diese Madam ist mit Werten groß geworden, wie ich dabei erfuhr, mir aber aufgrund gewisser Dinge auch schon vorher klar war. Die Großväter beider Elternteile waren rührig zur Gründerzeit und taten was der Name sagt: sie gründeten Firmen, waren innovativ und erfolgreich. Dieser finanzielle Erfolg wurde stolz angelegt und zur Schau getragen – wie es sich für das Großbürgertum geziemte – in großen Villen, fast Schlössern, und allerlei Kunst, Kunstgewerbe und anderer Wertsachen, wie eben jenen Münzen. Die wurden weitergereicht an die Erben und ihr Vater sammelte noch mehr dazu. So wie auch das großbürgerliche Gehabe weitergereicht wurde. Was sich heute auch in Haben statt Sein (oder war es Haben statt Soll?) wiederspiegelt.

Und jeder Menge Haushalts- und Gartenhandschuhen, damit man nicht in Kontakt kommen muß mit dem, was sonst noch so existiert.

Nun sollte man ja meinen, daß angesichts der weltweiten Wirtschaftslage und der äußerst pessimistischen Prognosen es von enormen Vorteil wäre, derlei Silberlinge aufzubewahren für Zeiten, wo man diese Werte gut einsetzen kann. Aber nein, sie wurden sofort verraten und verkauft – der Händler bot 12.000 Euro, da mußte zugegriffen werden. Somit ging ein brauchbarer Wert für die Zukunft verloren zugunsten irgendwelcher Numissammler – unfassbar. Die Goldmünzen wurden erstmal wieder weggeschlossen, denn davor hat man offensichtlich mehr Respekt.

Ich werde nie in diese Situation des Erbens kommen. In meiner Familie gab es kein Besitztum, weil sie einfache Arbeiter waren und froh, wenn sie fürs blanke Überleben sorgen konnten. Und sie kehrten in den 50iger Jahren der DDR den Rücken ohne das wenige, das sie hatten, mitnehmen zu können. Erst im Goldenen Westen kamen sie zu einem gewissen Wohlstand durch Arbeit, was sich in entsprechendem Konsum niederschlug.

Aber ich tröste mich damit, daß erben eben auch nicht einfach ist, sogar eine Last sein kann – eben eine Erblast. Und das deutsche Großbürgertum musste ja auch viel durchmachen, sozusagen Abstriche machen, und ihre riesigen Villen gegen riesige Wohnungen eintauschen und dann nur mit einer Zugehfrau auskommen. Man hatte es auch nicht leicht – um so leichter fällt es dann Silberlinge für Papier herzugeben. Wiegt auch nicht so schwer.

Fazit: 
Mein Opa sagte immer, daß die dümmsten Bauern die dicksten Kartoffeln haben.

Man kann auch sagen: Stroh im Kopf, aber Geld wie Heu.

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4 Responses to “Erblast”

  1. admin sagt:

    Ein schönes Beispiel wie gut die Gehirnwäsche funktioniert, und der Scheinglaube. Eine schöne Strafe für eingebildete Aristokraten.
    Ich glaube heute vor allem an die Fakten, und die liegen auf der Hand. Auf der eigenen. Und dort bleiben sie, bis nichts mehr zu halten ist.

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