Brightgeist²

Man kann einiges wissen, man kann tatsächlich aber noch mehr erwarten.

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Doch die Unbeteiligtheit vieler Zeitgenossen macht mich Kopfschütteln. Ich sehe kaum wie sich Leben und Nachkommenschaft und alle Hoffnungen auf das alles verwirklichen lassen – aber sie tun’s einfach; ich dagegen sehe nichts von irgendwas. Bestenfalls haben sie – die Patienten – es in irgendwelche Ritzen geschafft, sich in der Überflußgesellschaft breitgemacht, in den Fugen des angepaßten, sinnlosen Überlebens. Zu Konditionen, die keiner aufrechterhalten will. Mit Textpassagen, die keiner aufsagen will. In einer Gedankenwelt, die keiner aushalten kann.

Mein einziger Vorteil: es irgendwie geschafft zu haben mich nicht einzunisten, es geschafft zu haben mich nicht an Zuneigungen zu gewöhnen, die keine waren – es dennoch geschafft zu haben mich absurd anzupassen, auf einem Planeten, in einer Umgebung, die lebensfremd ist, unwürdig. Zwischen Mitmenschen, die nichts dafür tun um solche zu sein, für nichts einstehen, unbeteiligt sind. Deren Gedanken und Lebensentwürfe mir fremd sind, und fremd bleiben.

Ich dagegen stehe in der Sonne. Ich verglühe. Mir ist nicht klar wie man hier sein kann, ohne gleichzeitig verantwortlich. Ich bin nur Wasser und habe nur sechzig Jahre zu überstehen, und nur noch zwanzig davon zu gehen. Und ich bin aufgeregt, es endlich mitanzusehen. Ich recke mich sogar entgegen, um der Sonne ins Gesicht zu sehen. Ich greife danach. Doch es gibt nichts zu erreichen an Dingen, die ich hier begreifen kann, an Dingen, die mich vielleicht verstehen und überleben lassen. Aber viele Dinge, die nicht mehr zu erreichen, die verloren sind. Die ersatzlos verloren sind. Die brennen in meinen Augen – und ich habe einen Blick dafür. Verloren wie der Traum vom Leben. Alles was ich greifen will ist nicht mehr zu sehen, es verschwimmt. Es ist nichts von allem zu sehen. Es sind nur noch Farben. Das ist alles was ich sehen konnte: Ein Regenbogen. Und der war unscharf. Und an machen Tagen auch nur grau.

Das Leben ist das einzige Geschenk, das mehr kostet als es wert ist. Auch unsere Träume kosten weit mehr als sie uns bedeuten können.

 

P S Y C H E

I’m looking for you in the woods tonight
I’m looking for you in my flashlight
I’m searching
from in the high or down the ocean
and I face myself in raising
gain the wolf,
gain the wolf
Conjure me as a child
slipping down a website
stretch up I cannot reach him
jumpin‘ up they drag him from the water
I watch them march him into life,
I watch them take him from the pain
into the sky for your eagle eye
The sun seeds a sickle and a scythe

Ridicule they won’t allow
quench abuse and let love flower
rip the cage out of your chest
let the chaos rule the rest
Show without showing, what you know without knowing
twigs snap I catch no canoe only you and me
alone on the ol‘ teal sea

Dissolving who we are
call out for yesterdays destiny gone, we’re on a foreign shore
It was the mark of falling
I was the car still running,
and when you call I’ll be a shield for life
And if you feel it you will fly
The sun should have beg me
When I was set to fall in, as I was set to fall in.
As I was set to fall in, as I was set to fall in …

© Massive Attack & Martina Topley-Bird, 2010

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One Response to “Brightgeist²”

  1. antidot sagt:

    Ich bin sprachlos und traurig und sehe mich leider nicht in der Sonne stehend…

    Ich suche meine Sonne…

    Ich arbeite an meiner Sonne…

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