Ich muß Drogen holen …

… heute war ich bei einem Gespräch dabei, das mit „Der Kunde ist König“ sehr wohlwollend umschrieben ist.

Der Kunde hat sich selber getanzt, als Mittelpunkt der Welt und gefühlter Sonnenkönig. Dennoch blieben große schwarze Löcher in der Wahrnehmung aller, und besonders in der Aufgabenstellung aller Beteiligten: Keiner war danach instruiert. Es kostete einige Mühe den Sinn zu erkennen. Es war nichts wirklich zu sehen. Es ging noch dazu um einen Kleinauftrag. Die Dinge, die ich im Vorbeigehen ohne viel Aufhebens, per Mail und ohne vollmundiges Telefonat mühelos in drei bis fünf Minuten erledige. Doch heute wurden sie schonungslos aufgebläht und mit drei Leuten im Schlepptau als Kleinauftrag bei Flutlicht – dazu schlecht vorbereitet – in anderthalb Stunden inszeniert.

Die Auftragnehmerin wurde z.B. gefragt, ob sie Kinder habe oder wünsche. Sie war lediglich die Platzhalterin für jemand, der sich für die schlechte Vorstellung zu schade war. Der Geschäftsführer huschte bemüht ins Bild, um sogleich wieder zu verschwinden. Trug nur seine Hämorrhoiden spazieren, im selben Kelch, den er irgendwie an sich vorübergehen lassen mußte.

Er wollte offenbar seinen verlogenen Tag retten. Ist offenbar gewohnt Leuten die Hand zu schütteln, die ihm nichts bedeuten, die er kurz darauf nicht mehr wiedersieht. Das ist der Preis des Erfolges in einer Stadt, die keine ist. In der Menschen wohnen, die keine sind.

Die Auftragvergabe obliegt mir. Damit stehe ich „VOR“ dem verdienten Geschäftsmann und Arschlecker, der sich verleugnen läßt. weil er sich immerhin für diese Veranstaltung zu schade war, aber die nächste Inszenierung, die genauso beliebig und schlecht ist, wie diese heute, dafür gefallen lassen muß um seinen nichtswürdigen Ruf zu retten. Das ist offenbar der Preis des Erfolges. Wobei der Begriff Erfolg in diesem Zusammenhang eher entwürdigend ist, es geht nurmehr um Berechnung. Den Koffer im Arsch zusammengedrückt halten, weil irgendwelche Menschendarsteller die Veranstaltung bezahlen und allen sonstigen Irrsinn, der dem sogenannten Erfolgsmenschen aus dem Hohlschädel dumpf und tot vor die Füße fällt. Dinge, die keiner haben will, nur die Miete garantieren und ein Lebensbild entwerfen, dass keiner mitansehen will. Das vor keinem Freund bestehen kann.

57 reads
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...

Tags: , , , , , , , , , , , , ,

No Responses to “Ich muß Drogen holen …”

  1. antidot sagt:

    Ich würde mal sagen: Who is who?

    Eine immer häufiger auftauchende Frage zwischen Königskunden, Gebern und Nehmern.
    Und wenn der König dann noch erklärt, wie ich meinen Job zu machen habe – dann ist es so wie es ja eigentlich sein soll zwischen dem Fürsten und seinen Vasallen.
    Letzterer hatte ursprünglich übrigens reichliche Pflichten seinem Herrn gegenüber – hochinteressant:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Vasall

Leave a Reply

QR Code Business Card