Die Scheiß-Wahrheit des I.

Die Scheiß-Wahrheit des Internets: Das Internet saugt. Das Internet saugt Deine Ressourcen, Deine Energien. Es verspricht Dir Kommunikation, Kontakte mit Hans und Franz.

Die Wahrheit ist: Hans und Franz gibt es nicht. Hans und Franz sind niedrige Abstraktionen. Du meinst sie zu kennen. Du meinst sie schonmal gesehen zu haben, neulich in der Stadt. Es sind Abstraktionen. Es gibt sie nicht wirklich, auch wenn sie vor Dir in der U-Bahn standen. Es sind Schatten. Schatten der Zivilisation.

Hans und Franz reden nicht. Hans und Franz sind nicht zu vereinahmen. Hans und Franz klicken nicht. Sie sind nicht zu mobilisieren. Hans und Franz kommunizieren nicht. Hans und Franz sind doof geboren und können sich nicht oder nur schwer artikulieren. Hans und Franz sind nicht empathiefähig, wirken nicht, leben nicht, sind nicht bei Dir.

Und so wartest Du auf Hans und Franz? Auf deren Beteiligung? Auf Lebenszeichen von Hans und Franz?

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One Response to “Die Scheiß-Wahrheit des I.”

  1. antidot sagt:

    Deine Aussage stimmt natürlich – dennoch hier mein Widerspruch:
    Ich lernte einen Hans übers Internet kennen und der Kontakt besteht nun seit fast zehn Jahren und ist enger und näher als jene Kontakte, die in der realen Welt entstanden sind. Gut, wir haben uns inzwischen auch mal real getroffen, was aufgrund der Entfernung nicht oft ist. Das hätte auch total in die Hose gehen können, entpuppte sich aber als gut und authentisch. Und der Grund dafür dürfte sein, daß sowohl Hans als auch ich bereits im Vorfeld in der digitalen Welt authentisch waren und uns nichts vorgespielt haben. Und ich denke, es hat sich bewährt, weil wir uns eingelassen haben. Das ist nicht die Regel, das ist mir klar. Aber das ist eben auch nicht die Regel im realen Leben.

    Außerdem gebe ich zu bedenken, daß das Internet nicht mehr das ist wie Du es kennengelernt hast am Anfang, nämlich eine Informationsplattform. Inzwischen zählen nur noch „schöne“ Bilder à la Instagram … Die sagen mehr als Worte in den Augen der Franzels und da reicht es dann, wenn sie eines der süßen Emoticons anheften – das schaffen sie gerade noch.

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