Einfach. Persönlich. In Echtzeit.

Unlängst musste ich mir dezent-direkt sagen lassen, dass man mit mir mehr Kontakt hätte, wenn ich …

… auch so ein Smartphone hätte. Und man mir auch lustige Fotos schicken könnte. Denn die würde ich dann am laufenden Meter geschickt bekommen, wie mir ganz aufgeregt mitgeteilt wurde. Alles so schön einfach, so schön persönlich und so schön schnell weil in Echtzeit (so die Werbeversprechen). Also man wollte mir diese plattformübergreifende Pseudokommunikation richtig schmackhaft machen … Zum Einen wegen der Fotos und vielen Neuigkeiten, die ich zur Zeit ja verpasse. Zum Anderen damit ich mich dem engeren Kreis zugehörig fühle. Denn so wie es jetzt ist scheine ich durch die imaginären Maschen zu fallen.

Mir musste durch derlei Äußerungen natürlich bewusst werden, daß ich die Verantwortung für mein Defizit trage. Ich hatte das zwar ohnehin bereits gelernt, daß ich für mein Leben verantwortlich bin. Jedoch kommt es mir so vor als wenn der moderne Mensch seine Verantwortung nur noch darin sieht, am Nerv der Zeit zu sein und alles zu haben was gerade angesagt ist und zu allem seinen unausgegorenen Senf dazu zu geben – damit andere immer wissen was gerade los ist. Sprich: gerade ach so tolles im eigenen Leben passiert, was dann noch mit lustigen Fotos untermauert wird.

Sorry, I’m not smart and will not become in this lifetime as long as my old handy will stick to me.

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One Response to “Einfach. Persönlich. In Echtzeit.”

  1. Chris K. sagt:

    Um es mit Max Frisch zu sagen: „Die meisten verwechseln Dabeisein mit Erleben.“
    Kein Wunder daß die allgemeine Phantasie- und Gedankenlosigkeit durchschnittlich degenerierter Wohlstandsidioten solche Stilblüten treibt.

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