Geschenkekultur.

Sage mir wer Dir was schenkt und ich sage Dir, wer oder was derjenige ist …

Giftgrüner Schaber im rot/weißen Dekor-Küchentuch? Ein Präsent, so überflüssig und nichtssagend wie der Mensch der dahintersteckt.
War sicher teuer, wegen der vielen gesicherten Patente, des bestimmt von der NASA entwickelten Zivilisationsschnickschnacks. Immerhin.

Also nachsehen was die Scheiße bei eBay einbringt.

Mich treiben anläßlich solcher Heimsuchungen noch ganz andere Gedanken um: Sehe ich tatsächlich so aus, als würde ich mich darüber freuen können? Was gebe ich also für ein Bild von mir ab?
Wirke ich auf den großzügigen Schenker vielleicht genauso beliebig und unaussprechlich wie der überreichte Gegenstand, so daß das Geschenk seiner Einschätzung nach sogar zu mir paßt?
Kann es auf diesem Planeten überhaupt jemand geben, der sich über ein solches Geschenk freuen kann?
Was will ich mit so einem Menschen in meinem Freundeskreis? Mit jemand, der ganz offenkundig nur selbstgetöpferte Duftlampen aus dem eigenem Morgenstuhl oder witzig-grellbunten Sondermüll aus Taiwan verschenken kann; also Präsente, die einen individuellen oder eben einen wertig-nachhaltigen Charakter haben?

Wenn mir zu jemand nichts einfällt, schenke ich ihm/ihr nichts. Fertig.
Ich habe eben ‘ne schöne Karte geschickt – kann man gern ohne großen Aufwand wegschmeißen, ohne sich nochmal zu ärgern, weil man den Dreck nicht umständlich für den Hausmüll noch extra zerkleinern muß.

(Originaltext aus 2012, doch jedes Jahr aktuell)

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One Response to “Geschenkekultur.”

  1. antidot sagt:

    Lache mich kringelig … wenngleich es eigentlich ein zutiefst todtrauriges Thema ist und leider nur allzu wahr.

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