Schattendasein

Heute hat sich für mich gezeigt, daß es total richtig und gut von mir war, im letzten Jahr den Schritt gemacht zu haben, die wichtige Entscheidung getroffen und umgesetzt zu haben.

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In diesem Jahr gab es viele Wochen, ja sogar Monate, die schwergängig waren und emotional belasteten. Was zur Folge hatte, daß ich mich und meine vollendeten Tatsachen in Frage stellte.
Aber glücklicherweise zu Unrecht, wie sich zeigte. Und wenn ich ehrlich bin, zeigte es sich heute nicht zum ersten Mal. Denn alte Aufzeichnungen lassen tief blicken und offenbaren, daß die Anzeichen schon früh zu sehen waren.

Die Rede ist vom ehemaligen Lebensglück, das sich ja selbst Teilchen für Teilchen zerlegte und in mir immer häufiger große Fragezeichen aufkommen ließ. So lange bis ich den Schlußstrich zog.

Aufgrund einer heutigen Situation und Entscheidung des anderen wurde mir mehr als deutlich, daß ich richtig gehandelt hatte. Denn ich wäre sonst verraten und verkauft gewesen für immer. Und hätte mehr alleine da gestanden als jetzt. Denn der einstige Partner ist mit keiner Faser seines Daseins willens, seinen eigenen Schatten zu überspringen, zu überwinden. Lieber führt er ein Schattendasein und kauft sich all seine Bedenken, Übellaunigkeiten und Ängste ab anstatt zu wagen, auch nur eine Handbreit drüber zu gehen.

Seit dem letzten Jahr dachte ich, es hätte mit körperlichen Befindlichkeiten zu tun und brachte Verständnis auf. Doch meine Aufzeichnungen bringen es schonungslos ans Licht: Es war schon lange Zeit so – vielleicht schon immer. Ich habe versucht, es mir selbst schön zu reden oder zumindest versucht die Hoffnung auf Änderung nicht aufzugeben. Vergebens. Ich war sogar bereit, ein Schattenboxen zu veranstalten – was aber nur dem Schatten den Sieg einbrachte.

Nun ist es klar, daß ich nicht mehr auf ein gewesenes Lebensglück bauen oder mich verlassen kann. Es wohl ohnehin kein Lebensglück gibt, sondern wenn dann nur portionsweise, quasi für Nanosekunden. Diese gilt es wahrzunehmen und in sich aufzusaugen. Meine heutige Erkenntnis hat zwar etwas erleichterndes, aber leider auch etwas unendlich trauriges. Denn ich verstehe nicht, wieso dieser Mensch nicht willens ist über seinen Schatten zu springen, diesen mal für einen Augenblick zu überwinden. Was will er am Ende seines Lebens für ein Gefühl über sich haben? Reicht ihm das so? Das kann doch nicht sein …

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