Persönlichkeitsbilder.

„Du sollst dir kein Bildnis machen, keinerlei Gleichnis, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, noch des, das im Wasser unter der Erde ist.“ (5. Mose 27.15)
http://www.bibel-online.net/buch/luther_1912/5_mose/5/#1

In einem ersten Anlauf versuchte ich im Mai 2010 eine Formel für Persönlichkeitsbilder zu entwickeln. Es ging mir dabei nicht so sehr um präzise Darstellung von Einzelattributen, ich versuchte vielmehr ein Modell darzustellen in dem Kultur (Herkunft und Erlebnisraum), Erziehung, Bildung und persönliche Präferenzen und Interessen einer Person visuell dargestellt werden könnten, quasi als Scan der Persönlichkeit, der Seele, als Fingerabdruck der Anlagen und Weltaneignung. Allein bei dieser Aufzählung wird deutlich wie umfangreich so ein Modell werden müßte wenn alle Parameter in unterschiedlichsten Intensitäten und Ausformungen abgebildet werden sollten.

Den Hintergrund zu diesen Überlegungen bildete nicht nur der durchklassifizierte Freundeskreis und diverser anderer Personen, mit denen man aus freundschaftlich-geschäftlichem Umgang näher bekannt ist, sondern zusätzlich gab es zu dieser Zeit einen aktuellen Fall, eine rasante Wandlung, einer nahestehenden Person, die ich mir kaum erklären konnte.

„Man macht sich ein Bildnis. Das ist das Lieblose, der Verrat …“ Max Frisch

Die Niederlage, die Fehlinterpretation war offensichtlich: Wie kann es sein dass man eine Person dermaßen falsch einschätzt? Die Lösung liegt in der Codierung, im richtigen Schlüssel. Nicht nur innerhalb der Sprache, die ausgefeilt sein kann oder flach. Ebenso in der Übereingestimmtheit der Bedeutungen der Wörter. Und idealerweise Wesensähnlichkeit: Ein Wertesystem lebens- und alltagsrelevanter Positionen mit deutlichen Schnittmengen, das die Protagonisten interagieren/überleben läßt. Ohne solch ein System bleibt nur Liebe, Toleranz und Verständnis – und solche Dinge sind flüchtig. Insbesondere unter atmosphärischen Spannungen. Insbesondere im kosmischen Nichts, in dem wir uns zweifellos begegnen.

Der Neurologe und Psychologe Prof. Dr. Dr. Spitzer ( http://www.subvers.de/?p=1532 ) hatte in einer Vorlesung äußerst überraschende Fakten zur Persönlichkeitsentwicklung, Wesenseigenschaften, zu Lern- und Prägungsphasen bei heranwachsenden Menschen unserer Zivilisation dargelegt. Die Codierung einer Persönlichkeit, Überzeugungen, Veranlagungen wird bereits in jungen Jahren festgelegt. Ab dem 20. Lebensjahr fallen Lernprozesse zunehmend schwerer, Lernerfolge müssen richtiggehend erkämpft werden.
Diese Dinge beschäftigen mich seit der Zeit unablässig, weil ich mit den Auswirkungen dieser Tatsachen im Alltag im Umgang mit sogenannten Mitmenschen alle Augenblicke konfrontiert bin.

Bei meinem ersten Entwurf der Persönlichkeitsbilder wurde schnell klar, dass ich unmöglich an alles gedacht haben könnte. Denn das würde in diesem Fall bedeuten alle möglichen und unmöglichen Parameter miteinzubeziehen: Alter, Herkunft, sozialer Stand, soziale Prägung und Gesinnung, Gemütslagen, Persönlichkeitsstärken, Vorlieben, Suchtverhalten, Aggressionspotentiale, Temperamente, …

Zusätzlich schwebte mir vor zwei (willkürliche) Persönlichkeitsprofile übereinanderzulegen und darüber Schnittmengen, Kompatibilitäten offenzulegen. Im selben Augenblick wurden sofort auch die Unterschiede, Inkompatibilitäten deutlich.
Auf diesem Weg wollte ich ein Bild von Prozessen erzeugen, die in uns stattfinden wenn wir jemand kennenlernen, wenn dessen Persönlichkeit für uns allmählich erkennbar wird, Konturen gewinnt, wir nach Übereinstimmungen und Gemeinsamkeiten suchen. Bei diesem Vorgängen liegen kontroverse Punkte zunächst oft im Dunklen und sind damit vorläufig unsichtbar. Sie treten erst in den Vordergrund wenn diese im weiteren Fortgang des Kontaktes situationsbedingt aktiv werden. Diese Punkte sind selbstverständlich als Muster längst angelegt und können damit sofort abgerufen werden.

Wenn man sich also in einer Person täuscht, werden nur Dinge sichtbar, die vorher unsichtbar waren. Das macht die Fehleinschätzung, die Inkompatibilität mit sogenannten Mitmenschen vielleicht erträglicher.

Der erste Entwurf meiner Persönlichkeitsbilder ließ sich als Arbeitsversion nicht veröffentlichen. Die Persönlichkeitsbilder, die deutlich mehr meine Auffassung widerspiegeln, sind Screenshots der ersten Sequenzen aus dem Official-Video von Burial & Four Tet „Moth“:

See the full video here: http://www.youtube.com/watch?v=lxzPzfkXpWs I’d beg to know the director/programmer of this video. TY!

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3 Responses to “Persönlichkeitsbilder.”

  1. Frau Schmidt sagt:

    Die Idee mit den Persönlichkeitsbildern, in welcher Form auch immer letztendlich darstellbar, finde ich sehr schön und inspirierend. Es wäre wunderbar, wenn Du da eine Möglichkeit findest und es ausbauen kannst. Erinnert mich an das was ich im Kommentar zum letzten Beitrag über die individuellen Lebens-Form-Kunststeine für Grabmale schrieb.

    Bezüglich Schnittmengen, Übereinstimmungen und Fehleinschätzungen zu anderen Personen geht mir durch den Kopf, dass die meisten Menschen so konditioniert sind (vielleicht durch angeborenen Narzismus oder göttliche Struktur) nach dem Ebenbild ausschau zu halten. Wir wollen uns wiederfinden im anderen (wie Gott uns ja nach seinem Ebenbild geschaffen haben soll). Möglichst identisch. Die wenigsten Menschen suchen den Gegenpart, die eventuelle Ergänzung, den Kontrast. Und ob die, die ihn suchen und finden besser dran sind, glücklicher damit sind, weiß ich nicht.

  2. Deanne sagt:

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